Pressestimmen zum Projekt

Deutschlandfunk

Die aus Thü­rin­gen stam­men­de Lite­ra­tur- und Sprach­wis­sen­schaft­le­rin (Kat­rin Rohn­stock) hat­te die Idee der Erzähl­sa­lons in der gebeu­tel­ten Lau­sitz. Die Bio­gra­fi­en der Men­schen hier sei­en nach 1989 dif­fa­miert wor­den, rügt Rohn­stock. Wenn die Dorf­be­woh­ner sich gegen­sei­tig die­se schmerz­li­chen Erfah­run­gen erzähl­ten, sei­en sie anschlie­ßend wie­der offen für Neu­es. „Wir wol­len ja, dass die Leu­te ihr Schick­sal in die Hand neh­men und nicht dar­auf war­ten, dass der lie­be Gott kommt und für sie etwas ein­rich­tet.“

Deutsch­land­funk

Lausitzer Rundschau

Wäh­rend des Zuhö­rens kom­men die Erin­ne­run­gen“, weiß Rohn­stock. „Erzäh­len macht Spaß. Man wird ernst genom­men, egal woher man kommt.“ Jeder Mensch habe sei­ne Geschich­te. Gehört zu wer­den, sei auf­re­gend, beson­ders für die, die sonst kaum gehört wer­den. Es schaf­fe Selbst­be­wusst­sein und Selbst­ver­trau­en. Eigen­schaf­ten, die eine leben­di­ge Zivil­ge­sell­schaft brau­che, um die Her­aus­for­de­run­gen der Zukunft zu meis­tern.

Lau­sit­zer Rund­schau

Sächsische Zeitung

Die Geschich­ten ver­ra­ten viel über die jüngere His­to­rie der Regi­on, der fünf Orte (in denen das Pro­jekt Erzähl­sa­lons initi­ier­te) und wie die Men­schen hier „ticken“. Die Geschich­ten tra­gen hei­te­re Züge, trau­ri­ge, nach­denk­li­che, wehmütige, kämp­fe­ri­sche. „Sie künden von einer Lau­sitz voll beein­dru­cken­der Men­schen, die gigan­ti­sche Um-, Ein- und Aufbrüche aus­hal­ten und sich aneig­nen muss­ten“, schreibt Unternehmensgründerin Kat­rin Rohn­stock in ihrem Vor­wort im Buch.“

Säch­si­sche Zei­tung

BLICKLICHT

Für eine leben­di­ge Zivil­ge­sell­schaft ist es wich­tig, dass Men­schen aus ver­schie­de­nen Milieus gemein­schaft­lich zu Wort kom­men: Jung und Alt, Ein­ge­ses­se­ne und Zuge­zo­ge­ne, Unter­neh­mer und Ange­stell­te, Arbeits­lo­se und Rent­ner – alle set­zen sich an einen Tisch. Klar sind auch die Ent­schei­der der Orte oft dabei: BürgermeisterInnen, Lokal­po­li­ti­ker, Ver­eins­vor­stän­de. Das Pro­jekt erreicht nach Anga­ben der Orga­ni­sa­to­ren aber auch Men­schen, die sonst kaum noch einer erreicht – die Resi­gnier­ten, Depri­mier­ten, Hoff­nungs­lo­sen.

BLICKLICHT

Bauernzeitung

Und ins­be­son­de­re die jun­gen Leu­te, die das ers­te Mal in die­sen Zir­kel fan­den, wie die Brüder Eric und Jonas Sie­ge­mund, wie Cin­dy Kai­ser, Paul Lan­ge oder Sebas­ti­an Zöll­ner, geben sich hin­ter­her bass erstaunt, wie „locker und ent­spannt“ die von Kat­rin Rohn­stock zurückgenommen mode­rier­te Run­de ablief. „Wir dach­ten, das wird so ein stei­fes Ding“, grient etwa Zöll­ner. Dabei gal­ten wie auch bei allen vor­he­ri­gen Gesprächs­aben­den ein paar kla­re Regeln: Jeder erzählt sei­ne Geschich­te, kei­ner wird dabei unter­bro­chen, kei­ne Geschich­te darf kom­men­tiert wer­den, jeder Bei­trag.

Bau­ern­zei­tung

Aachener Zeitung

Jens Brö­ker (Geschäfts­füh­rer der Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft inde­land GmbH in Düren) sag­te, dass er sich als Jury-Mit­glied freue, die Regi­on im bran­den­bur­gi­schen Braun­koh­le­re­vier durch die Geschich­ten auf beson­ders inten­si­ve Art ken­nen­zu­ler­nen. Auch erwei­se sich die 2012 ent­wi­ckel­te Kompetenzbrücke zwi­schen der nord­rhein-west­fä­li­schen und der bran­den­bur­gi­schen Lan­des­re­gie­rung als sta­bil und Nord­rhein-West­fa­len kön­ne von der Lau­sitz ler­nen. Noch am Vor­mit­tag hat­te Jens Brö­ker mit der Jury über den nomi­nier­ten Geschich­ten des Pro­jekts „Lau­sitz an einen Tisch“ gebrütet.

Aache­ner Zei­tung

Berliner Zeitung

Rena­tu­rie­rung und Tou­ris­mus hei­ßen die Zau­ber­wor­te, mit denen die zumeist Alt­ein­ge­ses­se­nen sich und ihre Hei­mat neu defi­nie­ren müssen. Doch was tun mit der Geschich­te, und wer gene­riert die Zukunft, wer wird sie gestal­ten? „Lasst uns unse­re Geschich­ten erzäh­len.“ Die­ser schlich­te Satz von Roland Sän­g­er­laub, Bürgermeister des Lau­sit­zer Ortes Gei­ers­wal­de, wur­de zum Mot­to eines in Deutsch­land ein­zig­ar­ti­gen Erzähl­pro­jekts, das im Som­mer ver­gan­ge­nen Jah­res begann.

Ber­li­ner Zei­tung

Deutschlandradio Kultur

Im bes­ten Fall wird die­se „Oral Histo­ry“ spä­ter zu Lite­ra­tur. Hin­ter dem mit Bun­des­mit­teln geför­der­ten Pro­jekt steht das Ber­li­ner Text­bü­ro Rohn­stock Bio­gra­fi­en. (…) Nepo­muk Rohn­stock meint, dass die Erzähl­sa­lons gera­de in struk­tur­schwa­chen Regio­nen wie der Lau­sitz hel­fen kön­nen, Orte der Begeg­nung und des Aus­tauschs zu schaf­fen. Ein guter Erzähl­sa­lon sei wie ein rich­tig guter Geburts­tag von der Oma, sagt er.

Deutsch­land­ra­dio Kul­tur

Märkische Allgemeine Zeitung

Der Bag­ger frisst das Dorf.“ Die­se Erfah­rung haben vie­le Men­schen in der Regi­on gemacht. Lan­ge schon wird Braun­koh­le dort geför­dert, beson­ders vie­le Gru­ben gab es zu DDR-Zei­ten. Dör­fer wichen dem Tage­bau, die Bewoh­ner muss­ten umsie­deln. Heu­te sind Bade­se­en aus den Gru­ben ent­stan­den. Wie haben die Lau­sit­zer das alles mit­er­lebt? In Erzähl­sa­lons haben sie berich­tet – dar­aus ent­stand das Buch „Lau­sitz. Lebens­ge­schich­ten einer Hei­mat“.

Mär­ki­sche All­ge­mei­ne Zei­tung

dpa

Das Buch ist mit Fotos von den Men­schen ver­se­hen, die ihre Erin­ne­run­gen geschil­dert haben. In den Erzäh­lun­gen geht es zum Bei­spiel auch um eine Ver­puf­fung in einer Bri­kett­fa­brik in Ples­sa in den 1980er Jah­ren, an deren Fol­gen meh­re­re Men­schen star­ben. Eini­ge der Erzäh­ler arbei­te­ten zu DDR-Zei­ten selbst in der Braun­koh­len­in­dus­trie. Sie schil­dern anschau­lich ihren Berufs­all­tag. (…). Und der Blick wird auch auf heu­te gerich­tet: Ein Mann erzählt etwa, wie er als Kind dabei half, einen still­ge­leg­ten Tage­bau zu rena­tu­rie­ren. Aus den dama­li­gen Setz­lin­gen sei­en inzwi­schen gro­ße Bäu­me gewor­den.

dpa